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Das achte Semester des Kulturlehrgangs am Mittwochnachmittag ist der Gesellschaft des Mittelalters gewidmet

Im Mittelalter sehen die Menschen die Welt als von Gott erschaffenes, geordnetes Ganzes. Die Ordnung der Gesellschaft in Stände spiegelt dieses göttliche System wider und sichert den sozialen Frieden.
Die Gesellschaft hatte sich im Frühmittelalter zu einer Dreiständegesellschaft entwickelt. Nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft in Europa im 5. Jahrhundert n. Chr. fiel der militärische Schutz der Römer für die Bauern der europäischen Ländereien weg. Die Bauern waren somit Plünderungen und Raubzügen schutzlos ausgeliefert. Im Reichssystem Karls des Großen entwickelte sich ein neues Schutzsystem, das Feudalsystem und damit die Einteilung der Gesellschaft in drei Stände.

Der König stand als "Inhaber" aller Ländereien an der Spitze der Gesellschaft. Er war hauptsächlich durch seine Abstammung, seine militärische Stärke und immer mehr auch durch "Gottes Willen" als Herrscher legitimiert.
Er verteilte nun das dem Reich zugehörige Land an seine Kronvasallen, die ihm im Gegenzug zu Heeresfolge im Kriegsfall sowie zu Abgaben verpflichtet war. Dafür herrschten sie aber Kraft ihres Titels über Ländereien, die sie ihrerseits an Vasallen (Lehnshörige) weiterverpachteten. Die Vasallen der Kronvasallen waren diesen meist Herzögen, Grafen, Markgrafen und Bischöfen gegenüber zu Heeresfolge und zu Abgabeleistungen verpflichtet.

Die Bauern im Mittelalter waren nun zwar gegen Plünderungen und Überfälle geschützt, den die Untervasallen waren im Feudalwesen zum Schutz ihrer Lehnshörigen verpflichtet. Im Gegenzug hatten sie allerdings den Großteil ihrer Erträge abzuliefern, waren an die gepachteten Ländereien gebunden und lebten in fast vollständiger Unfreiheit.

Dieses System wollen wir unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Frauen in diesen verschiedenen Ständen gemeinsam betrachten.

Erstmals findet der gesamte Lehrgang im Heimatmuseum Mühlacker in der Historischen Kelter statt!

freie Plätze Bietigheim-Bissingen - Besichtigung von Stadt und Museum

(Mühlacker, ab Do., 1.4., 8.45 Uhr )

Bietigheim - Stadtführung und Besuch der Sonderausstellung "Orange" im Hornmoldhaus

Der Tag in Bietigheim verspricht eine Fülle an Informationen und Bewegung. Zunächst führt Sie der Stadtrundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Bietigheims in weiten Teilen erhaltene mittelalterliche Altstadt bietet auf engstem Raum beeindruckende Zeichen historischer Baukunst gepaart mit moderner Architektur und Kunst. Auf knappem Stadtraum streben die Gebäude in die Höhe, um sich mit Schnitzereien und Zierrat gegenseitig zu überbieten. Gleichzeitig begegnen dem Besucher heute auch Zeugen unserer Zeit. Zahlreiche Skulpturen und Plastiken, wie das "Ku(h)riosum" die Kuh auf der Kanne oder der "Turm der grauen Pferde" von Jürgen Goertz bevölkern den Straßenraum und geben damit dem Stadtbild eine besondere Spannung. Am Ende begegnet Ihnen ein Kunstwerk der besonderen Art: die Villa Visconti mit ihren mehr als 300 Kopfdarstellungen.

Nach einer - wahlweise gemeinsamen - und erholsamen Mittagspause folgt der Besuch der Sonderausstellung "Orange" im Hornmoldhaus:

Die Farbe Orange dominierte das Farbspektrum im Alltag der 1960er und 1970er Jahre. Sie war die Trendfarbe im Haushalt, Design und in der Mode. Bis heute wird Orange als Signalfarbe im öffentlichen Leben verwendet, zum Beispiel vom städtischen Bauhof, der S-Bahn oder der Müllabfuhr. Orange steht für das Alltägliche, das Neue, das Energetische, das Gewagte und das Kreative.
Wie keine zweite Farbe verkörperte Orange die Veränderungen und die Umbrüche der damaligen Zeit. Friedensbewegung, Flower Power, der Kalte Krieg und der Wirtschaftsaufschwung beeinflussten die Gestaltung der Produkte. So setzte sich das Weltraumzeitalter und die Hippiebewegung in den Wohnzimmern fort, deren Möbel und Tapeten nun bunt und schrill wurden und zum Teil poppige Ausmaße mit fließenden Formen annahmen. Der neue Kunststoff Plastik machte die Verwendung neuer Formen sowie die günstige Herstellung und Verarbeitung möglich.

Die Gebühr beinhaltet:
- Anreise mit der Bahn
- Stadtführung
- Führung durch die Sonderausstellung und Eintritt in die Sammlung
Was hat das Linden-Museum mit dem deutschen Kolonialismus zu tun? Welche württembergischen Akteure waren am Kolonialismus beteiligt? Wie präsent war der Kolonialismus in der württembergischen Alltagswelt? Und wie wirkt er bis heute fort?

Der Fokus liegt dabei weniger auf den Auswirkungen des Kolonialismus in den deutschen Kolonien, sondern darauf, wie er sich im Linden-Museum und in Württemberg zeigte und bis heute fortwirkt. Damit stellt sich das Museum der Verantwortung für die eigene Geschichte und reflektiert seine kolonialen Wurzeln kritisch.

Die Ausstellung zeigt die kolonialen Verbindungen des Museums zwischen 1882, dem Jahr der Gründung des Württembergischen Vereins für Handelsgeographie als Träger des Museums, und ca. 1940 auf und bezieht Auswirkungen bis in die Gegenwart mit ein. Eine wichtige Rolle nahm Karl Graf von Linden ein. Er war Vorsitzender des Trägervereins und prägte das Museum während der Kolonialzeit. Entsprechend wurde das Museum 1911 nach ihm benannt.

In einem weiteren Schritt wird das kolonialistische Vereinswesen betrachtet, zu dem auch der Trägerverein zu zählen ist. Vereine prägten das gesellschaftliche Leben und dienten als Multiplikatoren kolonialer Ideologien. Ereignisse wie Kolonialtagungen, -ausstellungen und sog. "Völkerschauen" oder Objekte der Alltagskultur zeigen, wie tief verwurzelt der Kolonialismus auch in Stuttgart war. Es wird gefragt, welche Kontinuitäten sich bis heute ergeben.

Ein weiterer Themenschwerpunkt befasst sich mit Gewalt und rückt exemplarisch den sogenannten "Boxer-Krieg" in China (1900/01) in den Mittelpunkt. Hunderte Württemberger Soldaten zogen freiwillig in diesen Krieg, aus dem das Linden-Museum geplünderte Objekte besitzt. Württembergern, die an Kolonialexpeditionen und -kriegen teilnahmen, wurde ehrend mit Gedenktafeln und Denkmälern gedacht, die es teilweise noch heute gibt. Wie soll damit umgegangen werden?

In die Ausstellung fließt die Provenienzforschung im Museum ein. Außerdem wurde vom Linden-Museum eigens eine Untersuchung zu Württemberg und dem Kolonialismus in Auftrag gegeben. Die Landesgeschichte im Kontext des Kolonialismus zu betrachten und die vielen Querverbindungen zwischen Institutionen, Personen und Ereignissen herauszuarbeiten, ist ein neuer Ansatz. Auch wenn manche Fragen schon früher bearbeitet wurden, setzt die wissenschaftliche Forschung und Debatte bei vielen Fragen gerade erst ein.

Zentral sind dabei kritische Distanz und Multiperspektivität, um Kolonialgeschichte nicht einseitig oder gar nostalgisch aus der Sicht württembergischer Akteure nachzuerzählen. Dass die Auseinandersetzung stark in Bewegung ist, wird auch in der Ausstellung sichtbar. Angelehnt an die Idee der Werkstatt sind die Besucher*innen aufgefordert, Fragen zu beantworten, eigene Gedanken oder Kritik festzuhalten und ihr Wissen einzubringen oder zu hinterfragen. Die Besucher*innen können verschiedene Standpunkte und Perspektiven einnehmen, Leerstellen und Verbindungslinien werden offen gelegt und die Inhalte zur Diskussion gestellt.

Die Gebühr beinhaltet:
- Anreise mit der Bahn
- Führung durch die Sonderausstellung und Eintritt in die Sammlung

Termin: Mittwoch, 14. April 2021
Abfahrt der Bahn in Mühlacker: 9:02 Uhr, Bahnhof Mühlacker
Besichtigung: 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr
Danach Zeit zur freien Verfügung in Stuttgart
Rückfahrt ab Stuttgart: 14:28 Uhr
Gebühr: 29,- EUR
Kursnummer: K3101.00

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Anmeldung möglich
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Kontakt

Volkshochschule Mühlacker

Bahnhofstraße 15
75417 Mühlacker

Tel.: 07041 / 876 - 300
Fax: 07041 / 876 - 319
E-Mail: vhs@stadt-muehlacker.de

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Während des Semesters:

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08:00 - 12:30 Uhr
13:00 - 16:00 Uhr

Freitag
08:00 - 12:30 Uhr

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